Israel hautnah erlebt

Studienreise: Arbeitskreis auf Burg Rothenfels im Heiligen Land unterwegs


Auf einer einwöchigen Reise durch Israel besuchte der Arbeitskreis auf Burg Rothenfels die heiligen Stätten entlang des Sees Genezareth, darunter Tabgha, Kapharnaum und Nazareth Jerusalem und Bethlehem so wie das Tote Meer und informierte sich über das heutige Israel. Der Arbeitskreis hatte die Reise bereits vor einem Jahr geplant aber damals wegen der akuten Spannungen am Gaza-Streifen verschoben.

Eine Einführung in die politischen Probleme des Landes erhielten die 40 Teilnehmer gleich am Tag nach ihrer Ankunft in der Deutschen Botschaft in Tel Aviv. Deren Besuch hatte das Büro des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Zoller vermittelt »Der Befund ist schlecht - aber die Hoffnung sollte man nicht aufgeben« fasste Botschafter Dr. Harald Kindermann die politische Lage in Israel zusammen Die früher so gefürchteten Terroranschlage hatten aber aufgehört, seit es die Mauer gibt - so problematisch das Bauwerk auch zu bewerten sei.

Fragen der Besucher galten vor allem dem Zusammenleben von Israelis und Palästinensern. Hier liegt wohl das größte Problem für eine friedliche Zukunft in diesem Land »Die Beteiligten können nicht miteinander leben, weil sie das im Grunde gar nicht wollen « meinte der Diplomat. Im Lauf der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hatten sich auf beiden Seiten viele Aversionen aufgestaut. »Niemand in diesem Land lehnt den Frieden ab, aber jeder will ihn zu seinen Bedingungen.« Als kundige Führerin erwies sich Nora Pugatsch, israelische Bürgerin mit Wurzeln in Ungarn, aufgewachsen in der Schweiz, die die Gruppe während ihres Aufenthalts begleitete. Sie bemühte sich, ein möglichst objektives Bild der Verhältnisse zu vermitteln.
Dass sie dazu als Betroffene nicht immer in der Lage sei, räumte sie ein. Die Rundreise führte unter anderem auch auf die Golan-Höhen, die von Israel einseitig annektiert wurden. Bei der Fahrt durch das Land sah die Gruppe, wie Israel mit Erfolg ehemals wüste Landstriche landwirtschaftlich nutzbar macht, aber auch, welche wichtige Rolle dabei die knappen Wasservorkommen spielen.

Gewöhnungsbedürftig für Europäer waren die dichte Präsenz bewaffneter Soldaten und die häufigen Kontrollen an Straßen, die durch palästinensische Wohngebiete führen. Zum besseren Verständnis des politischen Selbstverständnisses Israels trugen neben einem Besuch des Parlaments, der Knesseth, vor allem zwei Stätten bei: die Gedenkstätte Yad Vashem für die Millionen ermordeter Juden und die Festungklagemauer Massada in der Nähe des Toten Meeres. Das Erlebnis des Sabbats in einem Hotel in der Nähe der Jerusalemer Altstadt und an der Westmauer des Tempels, der so genannten »Klagemauer« vermittelten einen Eindruck in die religiösen Gebräuche des Judentums.
 


Menschenmassen am Grab


Gelegenheit, etwas über das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden aus der Sicht der Palästinenser zu erfahren, bot der Besuch in Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu. Samir Baboun, ein christlicher Palästinenser, führte nicht nur durch die griechisch-orthodoxe Geburtskirche und die benachbarte römisch-katholische Katharinenkirche, sondern beantwortete auch die Fragen, die ihm zur politischen Lage gestellt wurden. Die Mauer, die die Israelis um Bethlehem gezogen haben, ist noch höher als die, die einst Berlin und die Bundesrepublik teilte.

Die Menschenmassen machten es allerdings in Bethlehem unmöglich, die Geburtsgrotte zu besuchen, ebenso erging es der Gruppe in Jerusalem am Golgatha-Felsen und am Heiligen Grab.

 Lohrer Echo Karl Anderlohr

 

  


 

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