Im Land der Fjorde und Wikinger

Mit dem Arbeitskreis auf Burg Rothenfels in Norwegen und Dänemark

 

Artikel aus der Mainpost Mai 2006 - Nr. 124 Von Karl Anderlohr

 

 

Fast 70 Mitglieder und Freunde des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels besuchten vom 19. bis 26. Mai mit dem Kreuzfahrtschiff "Arielle" die Küste und die Fjorde Norwegens und die dänische Hauptstadt Kopenhagen.
Dem Arbeitskreis war, wie immer in erster Linie daran gelegen, Kenntnisse von Land und Leuten zu vermitteln.

 

 

 

Die Unterbringung auf dem Schiff hatte den Vorteil, dass man nicht täglich oder alle paar Tage das Quartier wechseln musste. Die See war zwar nicht immer glatt, aber für die bei verschiedenen Mitreisenden mehr oder weniger stark ausgeprägten Symptome leichter Seekrankheit entschädigte der gute Service samt einem vielseitigen Unterhaltungsangebot an Bord. Die Gruppe schiffte sich in Travemünde ein und auch wieder aus. Erstes Ziel war Stavanger, die „Ölhauptstadt“ Norwegens. Trotz des
seit wenigen Jahrzehnten bestehenden Reichtums, hervorgerufen durch die Einnahmen aus dem Nordsee-Öl hat die Altstadt mit den bescheidenen weiß gestrichenen Holzhäusern und der wuchtigen romanisch-gotischen Domkirche nichts von ihrem früheren Charme eingebüßt. Im Geirangerfjord bewunderten die Kreuzfahrer beim Landausflug vor allem die Schönheiten der Landschaft. Dazu gehörte ein Busausflug auf den 1495 Meter hohen Aussichtsberg Dalsnibba und zu dem Ende Mai noch immer zugefrorenen Stryn - See. Von der Aussichtsplattform „Adlerkehre‘, aber auch vom Schiff aus hatte man einen herrlichen Blick auf den Fjord mit den ‚Sieben Schwestern«, einem siebenfachen Wasserfall und den gegenüber herabstürzenden "Freier". Bergen, eine alte Hafenstadt, ehemals Hauptstadt Norwegens, hat unter anderem ein gut erhaltenes Hanseviertel vorzuweisen. Von hier aus betrieben die Hanseaten den Handel mit Stockfisch. Ein Schwerpunkt des Landausflugs in Bergen war Troldhaugen, das einstige Wohnhaus des  Komponisten Edvard Grieg mit einem Museum und einem Konzertsaal, in dem die Reiseteilnehmer ein Konzert mit Werken des Komponisten hörten.
Staatsverschuldung gibt es nicht
Den Aufenthalt in der heutigen Hauptstadt Norwegens, Oslo, nutzte ein Teil der Mitglieder des Arbeitskreises, um sich in der Residenz des deutschen Botschafters von dessen Stellvertreter Alfred Grannas über Norwegen informieren zu lassen. Das Land ist etwa so groß wie Deutschland aber mit nur 4,6 Millionen Einwohnern wesentlich dünner besiedelt. Dank der Ölfelder und Gasvorkommen vor seiner Küste ist Norwegen eines der reichsten Länder Europas. Das Problem der Staatsverschuldung existiert nicht. Über 20 Prozent des deutschen Ölverbrauchs und mehr als 25 Prozent des Erdgas-Bedarfs werden von Norwegen abgedeckt. Gleichzeitig ist Deutschland der wichtigste Partner des Landes innerhalb der Europäischen Union. Im Grunde sei Norwegen voll in die Europäische Gemeinschaft integ-
riert -  ohne allerdings Mitglied zu sein und daher auch, ohne mitreden zu können, sagte Grannas. Die Gründe dafür sieht der Diplomat einerseits in der Geschichte (erst vor etwa 100 Jahren erreichte Norwegen seine volle Unabhängigkeit), andererseits in Sonderinteressen des Landes bei der Fischerei- und Landwirtschaftspolitik. Lernen könne man von Norwegen vor allem, wie man mit Überschüssen verantwortungsbewusst umgeht. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft werden nicht ausgegeben,
obwohl es im Lande durchaus noch Investitionsbedarf gibt, sondern auf die "hohe Kante" gelegt - für die Zeit, wenn die Erdöl- und Erdgasvorkommen Norwegens zu Ende gehen.
 

 

 Der 1. Vorsitzende Herr Herbert Brehm übergab in der Residenz des Deutschen Botschafters in Oslo an dessen Stellvertreter Herr Alfred Grannas die Plakette des Arbeitskreises.