Informationsreise des Arbeitskreises – Malta

 

vom 29. April bis 06. Mai 2009

 

 gozo.kleinjpgEigentlich sollte die Reise ja ins „Heilige Land“ gehen, aber der Gazakrieg schreckte viele ab. So war Malta die bessere Alternative, die 23 Arbeitskreismitglieder auch wahrnahmen.

 

Ein Städtekonglomerat ohne Grenzen und mit dichter Besiedlung

 

Mittwoch, 29.04.09

Von Lohr mit dem Bus durch den grünen Spessart zum Flughafen Frankfurt und von dort mit Lufthansa nach zweieinhalb Stunden Flug Landung in der Hauptstadt Valletta auf Malta, einer kleinen Inselgruppe südlich von Sizilien im Mittelmeer.

Mit unserer Reiseleiterin Angela ging es gleich auf einen Rundgang durch Valletta, eine vollständig auf dem Reißbrett entworfene Planstadt Europas. Sie wurde 1566 nach der siegreich überstandenen Großen Belagerung durch die Türken gegründet und nach Jean Parisot de la Valette, dem damaligen Großmeister des Johanniterordens, benannt.

Wir spazierten vom Stadttor im SW entlang der Straße der Republik bis zum Parlamentsgebäude und dem Palast der Großmeister, von 1530 bis 1798 Sitz der Großmeister des Johanniterordens. Wir gingen vorbei an der St. John’s Co-Cathedral, entlang der Merchants Street mit dem Palazzo Parisio, dem heutigen Außenministerium, zur eleganten Auberge de Castille et Léon, heute Sitz des Ministerpräsidenten. Auf deren Eingangstreppe stellten wir uns spontan zu einem Gruppenfoto auf. Der Blick durch die Arkaden der Upper Barracca Gardens auf das Meer und den Hafen mit seinen Kreuzschiffen entführte uns endgültig in eine andere Welt mit südländischem Flair und multikulturellem Leben – natürlich bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein.

Unser Programm in Valletta ließ uns auch immer wieder Zeit und Muße, durch die geschäftige Stadt zu bummeln, z.B. in den romantischen, ebenso engen wie steilen Seitenstraßen, die, vom Meer kommend, die Hauptstadt in ihrer gesamten Breite durchschneiden, um auf ihrer anderen Seite wieder am Meer zu enden. Die typischen Balkonhäuser verleihen den Straßen einen besonderen Charme. Wunschlos glücklich fühlten wir uns, als wir unter einem Sonnenschirm auf dem Platz der Republik im Café Cordina unseren Cappuccino schlürften und dabei versuchten, Einheimische von Touristen zu unterscheiden.

Valletta zählt wohl zu den schönsten Hauptstädten Europas, was auch die UNESCO erkannte und die Inselstadt zum Weltkulturerbe erhoben hat. 

 

Donnerstag, 30.04.09

Die Republik Malta umfasst die Inseln Malta, Gozo und Comino mit einer Fläche von zusammen 316 qkm, wobei Malta als größte Insel etwa der Fläche Frankfurts entspricht. Von den rund 410.000 Einwohnern des Inselstaates leben allein 200.000 im Osten in der Region Inner Harbour, die mit einer Bevölkerungsdichte von durchschnittlich 1.295 Menschen pro qkm Malta zum dichtest bevölkerten Land Europas macht.

Was auf der Karte aussieht wie eine große Stadt sind verwaltungsmäßig vierzehn eigene Städte mit Valletta als Hauptstadt und ca. 7.200 Einwohnern sowie Birkirkara, der größten Gemeinde mit ca. 22.600 Einwohnern, undurchschaubarer Straßenführung und einem ungewohnten Verkehrschaos.

Da die Entfernungen aber relativ kurz sind, kommt man immer wieder an sein  Ziel, heute war es Cottonera, die drei Städte am Grand Harbour gegenüber von Valletta: Birgu (Vittoriosa), L’Isla (Senglea) und Bormla (Cospicua). Als 1530 der Johanniterorden Malta übernahm, machte er das Fort St. Angelo auf der in den Hafen hinausragenden Landzunge Birgu zu seinem Hauptsitz.

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*Im Nachgang zum Zeitungsbericht im Lohrer Echo vom 12.05.09: „Mit dem Whip durchs Parlament und Allah in der Kirche“ . Der Inhalt dieses Reiseberichts basiert in erster Linie auf den Ausführungen unserer kompetenten einheimischen Reiseleiterin, die ausgezeichnet deutsch sprach. Als Ergänzung diente unser ADAC-Reiseführer, der auch eine Karte beinhaltet, auf der man unsere tägliche Reiseroute vom Hotel aus „nachfahren“ kann.


Insgesamt vier Monate dauert 1565 die türkische Belagerung, wobei besonders das Fort St. Elmo an der NO-Spitze von Valletta den Angriffen der Türken trotzte. Seine letzte Bewährungsprobe hatte es letztendlich im 2. Weltkrieg, als von den betonverstärkten Geschützstellungen alle U-Boot- und Schnellbootangriffe der Italiener abgewehrt werden konnten.

Bei sommerlichen Temperaturen, blauem Himmel und blauem Meer unternahm die Reisegruppe eine Hafenrundfahrt durch den Grand Harbour, die uns sowohl die abwechslungsreiche Geschichte Maltas als auch die heutige wirtschaftliche Lage näherbrachte. Der Hafen galt schon immer als Wirtschaftszentrum und Warenumschlagsplatz der Insel. Die Werften waren einmal der größte Arbeitgeber Maltas. Allerdings gerieten auch sie, wie der europäische Schiffsbau generell, seit Ende der 1990er Jahre unter massiven Druck und mit Ablauf der staatlichen Subventionen ging ein Großteil der Arbeitsplätze verloren.

Auf der Halbinsel Birgu besuchten wir den einzig erhaltenen Inquisitorenpalast Europas. Das Ziel der Inquisition war bekanntlich die Verhinderung der Reformation und die Bewahrung des wahren Glaubens. Es ging dabei auch immer um die Machtfrage zwischen dem von Rom eingesetzten Inquisitor, dem amtierenden Großmeister und dem lokalen Bischof. Im großen Ratssaal kann man im Deckenfries die Wappen der Inquisitoren erkennen und eine Treppe höher die Privaträume des Inquisitors. In gebückter Haltung gelangt man in den Gerichtssaal und schließlich in den Gefängnistrakt im Erdgeschoss, wo man bei einem Blick durch die Mauerschlitze den Galgenhof erkennt. Die Grafitis in den Zellen der Eingekerkerten lassen die Besucher noch heute erschaudern. 

 

Megalithische Tempel und christliche Kirchen mit arabischen Gesängen

 

Freitag, 01.05.09

Mit Bus und Fähre vorbei am winzigen Eiland Comino erreichten wir den kleinen Hafen Mgarr auf Gozo. Auch viele Malteser waren unterwegs auf ihrem Maiausflug nach Gozo, eine Insel, die durch einsame Buchten mit bizarren Felsformationen, beschauliche Dörfer, ummauerte fruchtbare Felder und karge Hochplateaus bezaubert – und immer wieder der beruhigende Blick auf das umgebende Meer.

Wir fuhren mit dem Bus nach Xaghra, ein idyllisches Landstädtchen mit etwa 3.200 Einwohnern, in dem übrigens wie in Lohr jedes Jahr eine Karfreitagsprozession mit prächtiger Christusfigur durch die engen Gassen zieht.

Zahlreiche neolithischen Fundstellen bezeugen eine Besiedlung der Region mindestens seit dem Ende des 5. Jtd. v. Chr. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Gozo sind die Tempel von Ggantija. Ein Teil der Anlage, die aus zwei parallelen, zweiachsigen Sakralkomplexen mit gemeinsamer Außenmauer besteht, zählt zu den ältesten Tempeln auf dem Archipel (3.600 – 3.200 v.Chr.). Ein geführter Rundgang durch Süd- und Nordtempel mit einer riesigen Steinplatte als Altarbereich und Feuerstelle ließ die Kultstätte in unseren Vorstellungen lebendig werden. Immer wieder stellt man sich dabei die Frage nach der erstaunlichen Baustatik, der hohen Steinmetzkunst und den technischen Fähigkeiten, die gewaltigen Steinblöcke zu transportieren (meist auf Steinkugeln) und zu heben. Der größte Stein der gut erhaltenen Außenmauer ist immerhin 5,70 m breit, etwa 3,80 m lang und wiegt 57 t. Die 1824 begonnenen Grabungen  in Ggantija haben bis heute vieles ans Tageslicht gebracht und erklärbar gemacht. Allerdings bleibt auch so manches noch im Dunkeln verborgen und ähnlich wie im englischen Stonehenge ranken sich auch so manche Phantasien und Geschichten um jene Kultur und jene Menschen, die vor mehr als 5.000 Jahren lebten.

Auf der Fahrt nach Rabat (Victoria) -Gozos Hauptstadt- erblickt man ein Bauwerk der Superlative, die Rotunda San Gwann Battista von Xewkija (ca. 2.800 Einwohner). Es ist die größte Rundkirche Maltas mit einer der höchsten Kuppeln (75 m) der Welt, die zwischen 1951 und 1971 von der Gemeinde zum Großteil in Eigenarbeit erbaut wurde.

Gozos Hauptstadt Rabat (arab.) selbst beeindruckt durch die von mächtigen Mauern umgebene, weithin sichtbare Zitadelle mit der Kathedrale Santa Marija. Bei unserem Gang auf  den gewaltigen Mauern hatte man einen faszinierenden Rundblick auf das beschauliche  Städtchen (nur 6.500 Einwohner) und die grünen von Steinen umsäumten  Felder der Insel. 

Südländisches Flair erlebten die Reisenden bei ihrem Mittagessen im Feriendorf Xlendi an der SW - Küste der Insel. Ein weiterer Höhepunkt bot sich uns im Westen an der Dwejra Bay mit ihren zerklüfteten Felsformationen: Inland Sea (Binnenmeer) von hohen Felsen eingerahmt und durch einen Tunnel mit dem Meer verbunden – Azure Window (blaues Felsenfenster im Meer), ein von schäumender Brandung umtostes Wunder der Natur – und schließlich der Fungus Rock, bekannt durch die pilzähnliche Schwammpflanze (Malteserschwamm), die zur Blutstillung und Behandlung der Bluterkrankheit von den Johannitern verwendet und verkauft wurde. Ein erlebnisreicher Tag mit frühgeschichtlicher  Kultur, imposanten Kirchen, faszinierenden Landschaften und felsigen Küsten ging zu Ende.

 

Samstag, 02.05.09

Auch der vierte Tag unserer Maltareise beinhaltete wieder ein volles Programm mit der Tempelanlage von Tarxien, dem Museum von Ghar Dalam, dem Fischerstädtchen Marsaxlokk und der Multivision „The Malta Experience“, eine Zeitreise durch 7.000 Jahre Geschichte.

Die Tempel von Tarxien -größte Tempelanlage der maltesischen Megalithkultur-  bestehen aus vier Anlagen, wobei vom vierten Tempel nur noch Spuren zu erkennen sind. Von größerer Bedeutung sind die beiden ersten Tempel am Westende, die in den späteren Phasen der Kupferzeit (ca.3.000–2.500 v.Chr.) erbaut wurden. Die zunehmende Meisterschaft in der Bautechnik kommt in sorgfältig behauenen Steinen in leichter zu handhabender Größe zum Ausdruck. Tarxien kann man sowohl nach Ausdehnung und Nutzungsdauer als das wichtigste religiöse Zentrum der neolithischen Epoche Maltas bezeichnen. Im Südtempel entdeckt man die Beinpartie einer Kolossalfigur der Magna Mater (Große Mutter), wo man Trankopfer als symbolische Gabe an die Erde darbrachte.

In der Höhle Ghar Dalam (Höhle der Finsternis) wurden fossile Überreste aus dem Quartär ausgegraben. Sie beschwören das Bild einer von der heutigen völlig verschieden Umwelt herauf mit dahinströmenden Flüssen und exotischen Tieren, wie z.B. Flusspferden, einer Art von Zwergelefanten und Rotwild. Einst muss also eine erstaunliche Tierwelt Malta bereichert haben. Damals war Malta noch mit Sizilien verbunden.

Im hübschen Fischerort Marsaxlokk, wo man im Hafen die farbenprächtigen malta - typischen Luzzu-Boote bewundern kann, fühlte man sich wieder zurückgeholt ins aktuelle Leben auf Malta. Auf dem täglichen Markt werden neben Fisch, Obst und Gemüse auch feine maltesische Spitze und bunte Strickwaren angeboten.

Bevor wir wieder ins Hotel zurückkehrten, ließen wir uns noch in einer stimmungsvollen Multivisions-Show (angeboten in allen Sprachen) auf eine 7.000-jährige Zeitreise entführen: Dabei verglich man die wechselvolle Geschichte Maltas mit dem umgebenden Meer, das bei ruhiger See viel Segen brachte, der Malta zum Schmelztiegel der Kulturen werden ließ und damit ständigen Wandel hervorrief. Hohe Wellen in rauer See bedeuteten aber auch Fluch, der für das Land und seine Bewohner Krieg und Zerstörung zur Folge hatte.

 

An dieser Stelle eine Anmerkung zur maltesischen Sprache, dem sog. Malti:

Malti ist eine eigene Sprache, die ursprünglich aus einem arabischen Dialekt entstanden ist und somit zu der semitischen Sprachengruppe gehört. Das Maltesische ist die einzige semitische Sprache, die lateinische Buchstaben verwendet. Ihr Wortschatz ist stark vom Italienischen beeinflusst, aber auch Französisch, Spanisch und Englisch spielen eine Rolle. Als Malta 1814 britische Kronkolonie wurde, wird Englisch offiziell Amtssprache; Maltesisch wird 1934 sog. Koamtssprache. Heute ist Malti die Muttersprache von ca. 330.000 meist auf Malta lebenden Menschen und seit 2003 sogar eine der Arbeitssprachen in der EU. 

 

Immer wieder Kirchen, Kathedralen und Dome … und die alte Hauptstadt

 

Sonntag, 03.05.09

Von unserem zentral gelegenen Hotel Corinthia Palace war unser sonntägliches Ziel das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Mosta (22.000 Einwohner), südwestlich davon die alte Hauptstadt Mdina und weiter südlich Dingli. 

Mosta, dessen Name sich vom arabischen Musta (Mitte) herleitet, macht v.a. durch seine imposante barocke Pfarrkirche von sich reden. Die ab 1833 erbaute Rotunda Santa Marija Assunta krönt nach dem Petersdom in Rom und der Londoner St. Paul’s Cathedral Europas drittgrößte Kuppel – jedenfalls wenn man den Durchmesser als Vergleichsmaßstab zugrunde

legt (43 m Spannweite!). Das Erstaunlichste aber ist ihre Entstehung als eigenhändiges Werk der damals (ab 1833) etwa 3.500 Dorfbewohner, die für diese Herkulesarbeit knapp 30 Jahre benötigten. Die selbsttragenden Gewölbe aus maltesischem Kalkstein hielten im 2. Weltkrieg sogar drei Fliegerbomben stand, die während einer Messe auf sie fielen.

Auf der Fahrt nach Mdina besuchten wir in Rabat noch die St. Paul’s Katakomben. Verschiedene Gänge erschließen die zahlreichen Galerien, in deren Wände die Bestattungsplätze gehauen sind.

Die alte Hauptstadt Mdina findet ihren Ursprung bereits in der Bronzezeit bei den Phöniziern, als sie noch den Namen Malet trug. Später waren hier die Römer ansässig, die die Stadt Melita nannten. Erst als die Araber Malta 870 erobert hatten, gaben sie der Stadt den Namen Mdina (von Mauern umgebene Stadt).

Schon immer diente die historische Stadt durch ihre strategisch günstige Lage als Festung. Bis zum Mittelalter war Mdina die Hauptstadt von Malta. Seither scheint sie sich kaum verändert zu haben. Die mittelalterlichen Häuser, die autofreien Gassen, die in malta-typischem sandfarbenem Kalkstein errichteten Kirchen und Paläste – all das bewahrt bis heute den Eindruck einer längst vergangenen Zeit.

Als Malta 1530 an den Johanniterorden fiel, verlor die alte Hauptstadt rasch an Bedeutung. Mdina entwickelt sich zur „stillen Stadt“, in der heute kaum mehr als 500 Einwohner leben – die meisten stammen aus uralten Adelsfamilien, die nach wie vor ihre Traditionen pflegen und auf ihren Privilegien beharren. Zum Beispiel gehört der große Palazzo Inguanez einer der bekanntesten Adelsfamilien Maltas, die nach gültigem Recht der spanischen Könige auch heute noch in diesem Palast wohnt. Unsere Erkundungstour führte uns vom barocken Stadttor vorbei am Palazzo Vilhena -früher Sitz der Universität und heute Naturkundemuseum- entlang der quer durch die Stadt verlaufenden Hauptstraße (Triq Villegaignon) mit vielen renommierten Gebäuden links und rechts in unterschiedlichen Baustilen. Wir durften die frühbarocke Bischofskirche St. Peter und Paul besichtigen, die zwischen 1697 und 1703 vom maltesischen Architekten Lorenzo Gafá erbaut wurde und für viele Kirchen auf Malta Vorbild war. Einer der schönsten Plätze am Ende der Straße ist die Pjazza Tas-Sur, wo in alten Stadthäusern kleine Geschäfte und besonders das Café Ciappetti und der Fontanella Tea Garden die Besucher willkommen heißen. Von der Stadtmauer öffnet sich ein weiter Blick auf die Kuppeln der Rotunda von Mosta und der Karmeliterkirche von Valletta. Dazwischen breitet sich ein Felderteppich aus, in dem das Rot der Erde und das  Grün der Feigenkakteen mit verstreuten blassweißen Häuserquadern die typische Landschaft prägt.

Von Mdina aus fuhren wir südwärts durch ein fruchtbare Gegend -z.B. werden dort Kartoffeln dreimal im Jahr geerntet- mit vielen Feigen-, Oliven- und Orangenbäumen. Interessiert hörten wir auch Angela zu, als sie uns die merkwürdig in den felsigen Untergrund gefrästen „cart ruts“ erläuterte: Wegrinnen und Schleifspuren, entstanden von einfachen Schleifkarren mit Steinkufen, offensichtlich ein Relikt des bronzezeitlichen (2. Jtd. v. Chr.) Warenverkehrs.

Schwindelfrei musste man schon sein, wollte man auf der atemberaubenden Steilküste der Dingli Cliffs entlang spazieren. Das Hochland bricht hier 200 m steil zum Meer hin ab, wo  in den Felsen die Blaumerle nistet. Die Malteser nennen den blau gefiederten Vogel Merill und haben ihn zusammen mit dem Johannisbrotbaum zum Nationalsymbol erklärt. Windumfangen genießt man die Aussicht aufs Meer und eine Stille, die man heute auch auf Malta immer weniger findet.

 

Politik, Wirtschaft und Soziales

 

Montag, 04.05.09

Besuch der deutschen Botschaft auf Malta und des maltesischen Parlaments.

 

Der Apostel Paulus ist allgegenwärtig

 

Dienstag, 05.05.09

Obwohl St. Paul’s Bay ganz im NW der Insel liegt und die Blaue Grotte im Süden amMeer, sind auch diese Ziele leicht in Tagesausflügen zu erreichen -ca. 30 km Entfernung-, sofern man nicht in den dichten Berufsverkehr gerät. Mit seinen Satellitenstädten Bugibba und Qawra ist der Ort San Pawl il-Bahar (St. Paul‘s Bay) heute die größte Touristen-Urbanisation

Maltas. Rund um den kleinen Fischerhafen von San Pawl ziehen sich die Hotelbauten an der Küste entlang und über die ganze Halbinsel zwischen St. Paul’s Bay und der Salina Bay. Bugibba ist das Zentrum dieses Urlaubsresorts, das im Sommer oft bis zu 15.000 Feriengäste anzieht. Richtig erholsam aber war für uns Arbeitskreisreisende die Bootsfahrt  zu den St. Paul’s Islands, wo angeblich der Apostel Paulus auf seiner Fahrt nach Rom in einen Sturm geriet und strandete. Wir wallten hinauf zur gewaltigen Paulusstatue, sich fragend, was sich an diesem Ort vor ca. 2.000 Jahren wohl wirklich zugetragen hat. Viele Legenden ranken sich um den Heiligen, der für Maltas Geschichte eine so tiefe Bedeutung erlangt hat.

Capri-Stimmung kam auf, als wir von Zurrieq über das steinige Wied Iz-Zurrieq die imposante Felsküste erreichten, deren bunte artenreiche Unerwasserwelt ein Mekka für Tauchsportler ist. Schließlich ist es ein außergewöhnliches Erlebnis, mit dem Boot den Farbenzauber der Blauen Grotte zu erleben.

Am Nachmittag unseres letzten Reisetages begaben wir uns abschließend auf eine Entdeckungsreise zum Limestone Heritage, wo man eindrucksvoll die Gewinnung und Bearbeitung des maltesischen hellgelben Kalksandsteins von früher bis heute demonstrierte sowie dessen bautechnische Verwendung. Das „steinharte“ Leben der Menschen in jener Zeit ist eingebettet in das Zusammenspiel von Natur und Kultur. Auch einen rotgrünen Dodge Lorry von 1939 zum Transportieren der Steine konnte man bewundern.

 

 

Mittwoch, 06.05.09

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Schlussbemerkung

 

Zunächst ein Kompliment an den Vorstand des Arbeitskreises mit seinem Vorsitzenden Herbert Brehm: Die Maltareise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt, war gut organisiert und die Teilnehmer hatten neben dem offiziellen Teil auch Entspannung und Vergnügen.

Wenn man die Irlandreise (2008) mit der Maltareise vergleicht, so besteht schon rein äußerlich ein „Farbunterschied“: dort die grüne Insel im Atlantik und hier das honiggelbe Inselarchipel im Mittelmeer. In Irland die Burgen, Klöster und Herrenhäuser, auf Malta die Kirchen, Kathedralen und Dome – katholisch sind ja ohnehin beide Länder überwiegend. Auch landschaftlich stehen sich beide Länder in nichts nach: Inselcharakter, bizarre Küsten, unendlich viel Steine und immer wieder das schäumende Meer. Ein großer Unterschied besteht allerdings im Klima, wie wir alle spüren konnten. Hoffentlich bleiben solche „Urlaubsparadiese“ auch unseren Nachkommen noch recht lang erhalten.

Was aber die AK-Reisen von gewöhnlichen Touristenreisen unterscheidet, sind die Botschaftsempfänge und Parlamentsbesuche, die uns sowohl Irland als auch Malta politisch und wirtschaftlich im Rahmen der EU besser verstehen lassen.

Sollte es mir mit meinem Maltabericht gelungen sein, Sie noch einmal mitzunehmen auf die zahlreichen Stationen unserer Reise, um Ihre Erinnerungen wachzurufen und die vielen Erlebnisse in Bildern vor Ihrem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen, dann hätte sich meine Mühe ein wenig gelohnt.

                                               

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Robert Engelhardt