Zeitungsartikel aus der "Hammelburger Saale Zeitung" vom 02.05.2007

 

«Immer für die Schwachen da«  

Gedenkfeier zum 40. Todestag von Dr. Maria Probst auf dem Hammelburger Kirchplatz

 

 

HAMMELBURG. "Schutzfrau und Helferin für die Heimat und ihre Menschen zu sein, darum bemühte sie sich ein Leben lang“, so CSU-Ortsvorsitzende Elisabeth Wende bei der gestrigen Gedenkfeier anlässlich des 40. Todestages von Dr. Marta Probst. Etliche Bürger fanden sich nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz ein, um an die Bundestagsabgeordnete, Vizepräsidentin Deutschen Bundestages und Ehrenbürgerin der Stadt zu erinnern.
Elisabeth Wende ging kurz auf wichtige Lebensstationen von Dr. Maria Probst ein, "die aus einer christlichen Politikerfamilie stammte und selbst von tiefer Frömmigkeit war".  Nach dem Abitur studierte die gebürtige Münchnerin Germanistik und Geschichte und promovierte 1930 zum Thema Familienpolitik. Nachdem ihr Mann, Dr. Alfons Probst, im März 1945 gefallen war, wurde sie mit den beiden Töchtern nach Hammelburg evakuiert, wo sie als Lehrerin arbeitete.


Für ein Europa ohne Krieg

„Ihre christliche Grundhaltung aus ihrem Elternhaus und ihre berufliche Kompetenz mündeten in ihre politische Arbeit, die sie nach dem Krieg begann“, beschrieb Elisabeth Wende den Beginn eines neuen Lebensabschnitts von Dr. Maria Probst. Von Anfang an habe sie sich bemüht, Frauen für die Politik zu gewinnen. Nicht nur erste Vizepräsidentin des Bundestages sei sie gewesen, sondern auch die erste deutsche Präsidentin der europäischen Frauenunion. Als Abgeordnete des Europäischen Parlaments habe sie sich für ein Europa eingesetzt, in dem Kriege nicht mehr möglich seien. Den Menschen im „kriegsgeschüttelten Deutschland" habe sie ihre Hilfe zuteil werden lassen. "Sie wurde zur Mitinitiatorin und Kämpferin für ein soziales Gesetz, das die Härten für Millionen Kriegsgeschädigte mildern sollte“, machte die CSU-Ortsvorsitzende deutlich. Bemerkenswert sei, dass sie alle Gesetzesvorhaben  mit den Menschen  in ihrem Wahlkreis, unter anderem mit dem VdK, diskutiert. habe. Ihre Heimatverbundenheit habe sie auch bei ihrem Engagement gegen eine Erweiterung des Truppenübungsplatzes Hammelburg nach US-Vorstellungen bewiesen. 21 Orts hafte hätten abgesiedelt werden sollen. Hammelburg habe mehr als einen Grund, an das Denken und Handeln von Dr. Maria Propst zu erinnern betonte Bürgermeister Ernst Stross. Die Auswirkungen von zwei Weltkriegen hätten nicht nur ihre moralische Grundhaltung geprägt. Das hautnahe Erleben von Not habe sie auch zu einer politisch engagierten Helferin für andere Menschen werden lassen. Das Ziel so sozialer Gerechtigkeit habe Dr. Maria Probst stets mit großer Hartnäckigkeit verfolgt. Mit großem Willen habe sie sich immerfort für sozial Schwache ein gesetzt. Auch zu Zeiten ihres Wirkens im Europa-Parlament habe sie nie den Kontakt zur Basis ver1oren. Insbesondere habe ihre Zuwendung den Opfern des Krieges Flüchtlingen, Ausgebombten und Evakuierten gegolten. Nach  einmütigem  Beschluss des Stadtrats sei sie 1951 zur Ehrenbürgerin ernannt worden. Und die Erinnerung an ihr Wirken werde bleiben sagt der Stadtchef. "Christlich und sozial" sei Dr. Probst gewesen, unterstrich der stellvertretende Landrat Walter Gutmann, und sie habe viele in der Partei geprägt. Er nannte Dr. Probst eine ‚tolle Frau“, die heutzutage vermutlich „Powerfrau“ genannt würde, ein Energiebündel", stets engagiert im Kampf für die Schwachen. Nicht ohne Grund hätten allein In Franken über zehn Gemeinden Dr. Maria Probst zu ihrer Ehrenbürgerin gemacht. Von Gestalt eher klein, habe sie aber mit großer Leidenschaft ihre Ziele verfolgt. Und der oberste Maßstab ihres Handelns sei stets Ihr Gewissen gewesen. Sie habe auch die Auseinandersetzung mit Ämtern und Behörden nie gescheut, wenn es um die Interessen der Schwachen ging.

Demokratie verankern

Herbert Brehm vom Arbeitskreis Burg Rothenfels erinnerte an das Engagement von Dr. Maria Probst im Lager Hammelburg und nannte sie ‚eine der großen Frauen der Nachkriegsgeschichte‚‘. Ausgehend von dem Leitgedanken "Gerechtigkeit schafft Frieden" sei eines ihrer Ziele gewesen, die Demokratie im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, ihre Arbeit überparteilich und überkonfessionell. Sie habe die Ideale vorgelebt, die nun als Vermächtnis weitergetragen würden.
VdK - Vorsitzender Engelbert Roith erinnerte daran, dass Dr. Maria Probst der VdK- Kreisverband ins Leben gerufen habe. Sie habe dafür gesorgt. dass Kriegsopfer ein Mindestmaß an Versorgung und Rente erhielten. Ohne ihr Engagement und ihre Hilfe hätten viele nicht mehr weiter gewusst. Das Zustandekommen des Bundesversorgungsgesetztes sei eines ihrer großen Verdienste. Markus Reh

 

Zeitungsartikel Aus der Mainpost vom 02.Mai 2007

 

Gedenken am Todestag von Frau Dr. Maria Probst von Barbara Stamm, Emilia Müller, Gerda Hasselfedt und Ursula Männle am

 Hauptfriedhof in München