Ziegelfassade und Industrie-Terrazzoboden

Stadthalle: Bürgermeister Ernst Prüße nennt Details - Hauptversammlung des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels

 

 

 

 

 

 

Lohr Erste Details der Ausführungs- und Gestaltungsplanung für die neue Stadthalle hat Bürgermeister Ernst Prüße in der Hauptversammlung des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels am Samstag in der »Küferstube« genannt. Danach bekommt das Gebäude eine Ziegelfassade und einen Industrie-Terrazzoboden. Prüße kündigte ferner an, 2014 auf der CSU-Liste für den Bezirkstag zu kandidieren.

Nach Prüßes Angaben hat das Stuttgarter Architekturbüro Bez + Kock seine detaillierten Pläne am Donnerstag der Stadtverwaltung vorgelegt. Als nächstes werde sie die Lenkungsgruppe zu Gesicht bekommen, am 24. April der Stadtrat. Die Halle werde innen eine Holzverkleidung erhalten - »schon aus akustischen Gründen«.
Einen Stadthallenbetreiber will der Bürgermeister spätestens ein Jahr vor der Eröffnung präsentieren. Dem Rathaus lägen bereits drei Bewerbungen vor.

Wegen der europaweiten Ausschreibung des Baus rechnet Prüße mit einem ersten Spatenstich im September oder Oktober 2013. Nach rund zwei Jahren Bauzeit solle die neue Stadthalle im Sommer 2015 fertig sein.

 Zweites großes Bauvorhaben wird laut Prüße der neue Kindergarten in Sendelbach sein. Die Förderung für Kinderkrippen, ursprünglich auf Ende 2013 befristet, laufe nun doch bis Ende 2014 weiter. Bis dahin müsse das Gebäude bezugsfertig sein.
Die Kostenexplosion von drei auf 4,5 Millionen Euro, die Ende Januar für Aufregung im Stadtrat sorgte, erklärte der Bürgermeister mit dem Zeitdruck, unter dem der Architekt seinerzeit gestanden habe. Die Kosten würden jetzt »wieder zusammengestrichen«.

Bei den weiteren Projekten müsse Lohr im einen oder anderen Fall »auf die Bremse treten«. Denn die Stadt werde »in diesem Jahr womöglich etwas weniger Einnahmen haben«. Damit meinte Prüße offensichtlich die Gewerbesteuer, denn er erklärte: »Die Entwicklung bei Bosch und bei Rexroth gefällt uns zurzeit nicht.«


Landtagsabgeordneter Eberhard Sinner war wieder einmal auf Reisen und berichtete von einer Fahrt in die USA. Das Land sei dabei, sich von Energieimporten unabhängig zu machen. Die USA würden »bis 2020 völlig energieautark sein«.
Das werde auch Auswirkungen auf die Sicherheitsinteressen des Landes unter anderem im Nahen Osten haben. Die Europäer müssten sich verstärkt selbst darum kümmern, ihre Ölimporte von dort zu sichern. Von Deutschland wünscht sich Sinner »etwas mehr Schnelligkeit, denn die Welt nimmt auf unsere Gemütlichkeit keine Rücksicht«.


Herbert Brehm, der Vorsitzende des staatspolitischen Arbeitskreises auf Burg Rothenfels, beklagte vor rund 50 Anwesenden die Europamüdigkeit der Bürger. In den 64 Jahren seines Bestehens habe der Arbeitskreis immer versucht, gemäß seines Mottos »Gerechtigkeit schafft Frieden« die europäische Einigung zu fördern.
Die Mitglieder hätten allein 16 deutsche Botschaften besucht. Völkerverständigung dürfe keine Phrase sein, forderte Brehm. Die Europäer müssten die Kenntnisse über ihre Nachbarn vertiefen. Der Arbeitskreis hat laut Brehm 145 Mitglieder, eines mehr als vor einem Jahr, davon 99 persönliche Mitglieder und 46 korporative wie etwa Firmen. Das Jahresprogramm sieht unter anderem einen Besuch des Europaparlaments in Straßburg Mitte Juni und eine Informationsfahrt nach Paris Ende September vor.
Vorsitzende wollen aufhören
Im kommenden Jahr werden sich die Mitglieder womöglich auf die Suche nach einer neuen Führungsspitze machen müssen. Brehm deutete an, dass er und sein Stellvertreter Michael Kreß ihre Ämter gerne abgeben würden. »Das war jetzt keine Abschiedsrede, sondern nur ein Denkanstoß«, unterstrich Brehm.
Sepp Peer, der frühere Ortsvorsteher der Lohrer Patengemeinde Burgeis, wurde durch einen Beschluss der Vorstandschaft zum Ehrenmitglied des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels ernannt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrte Herbert Brehm den Bad Kissinger Altlandrat Herbert Neder (Oberthulba), für 40 Jahre Mitgliedschaft den Bundestagsabgeordneten Norbert Geis (Kleinkahl).

Lohrer Echo, 19.03.2013- Thomas Josef Möhler
 

 

 

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