Artikel aus dem Lohrer Echo vom29. 03.2010

 

"Den Enkeln nicht nur Schulden hinterlassen"

 

Arbeitskreis Burg Rothenfels: Eberhard Sinner fordert eine nachhaltige Politik und spricht sich für die B26 n aus - Neuer Kassier gewählt

 

 


Eine »enkelgerechte nachhaltige Politik« forderte Landtagsabgeordneter Eberhard Sinner in der Mitgliederversammlung des staatspolitischer Arbeitskreises auf Burg Rothenfels am Samstag im Sackenbacher »Grüner Baum«. Deutschland solle sich ein Beispiel an US-Präsident Obama nehmen meinte der Parlamentarier: »Mehr handeln und weniger quatschen.« Die Einigung der EU über die Hilfe für Griechenland wertete Sinner als Zeichen, dass sich die Europäer gemeinsam den Spekulanten entgegenstellen wollten. Der Wert des Euro sei anschließend prompt nach oben gegangen Sinner begrüßte die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Rettungsaktion. Wenn der IWF dabei sei, »müssen sich die Griechen brutalst an die Spielregeln halten«. Somit sei die Einigung der EU »kein Signal für Schlamperei«.
Schulden zentrales Problem
International müsse man »zur Politik der nachhaltigen Finanzwirtschaft zurückkommen« Eine nachhaltige Politik sei »enkelgerecht«. Für Europa biete sich die Gelegenheit, weltweit die Erkenntnis zu verbreiten, »dass wir Spielregeln brauchen, weil sonst die nächste Krise kommt«. Die Staatsschulden seien das zentrale Problem der nächsten Jahre. Eine höhere Inflation zur Abwertung der Schulden könne kein vernünftiges Ziel sein: »Dann werden auch ihre Guthaben abgewertet«, meinte der Angeordnete zu den Mitgliedern des Arbeitskreises. Als Alternative empfahl Sinner eine Ankurbelung der Wertschöpfung, »um den Enkeln nicht nur Schulden zu hinterlassen«.
Existenziell für Nordbayern
Neben der Förderung erneuerbarer Energien und der Gebäudesanierung nannte er eine Steigerung des Exports. Dafür sei auch eine gute Verkehrsinfrastruktur notwendig. Ein besserer Zugang zum Frankfurter Flughafen für Menschen und Güter sei »existenziell notwendig für ganz Nordbayern«. Sinner sprach sich für den Bau der B 26 n aus: »Wichtig ist, dass sie in einem Zug durchgebaut wird, über die Breite kann man diskutieren,« Mehr Export sei notwendig, »denn wir können uns nicht noch den fünften Fernseher gegenseitig verkaufen«.
»Die Finanzkrise ist noch nicht überwunden, aber es scheint wieder aufwärts zu gehen«, meinte Arbeitskreisvorsitzender Herbert Brehm. Von der neuen Regierungskoalition habe er sich ein »schnelleres Agieren« erwartet. In seinem Bericht erinnerte Brehm an die 60-Jahr-Feier des Arbeitskreises im vorigen Jahr. Der Arbeitskreis auf Burg Rothenfels wurde 1949 zur politischen Bildung der Bevölkerung gegründet. Laut Brehm wurden bei Informationsfahrten bislang zwölf deutsche Botschaften im Ausland sowie 27 Ministerien besucht.
Nach Jahren des Rückgangs konnte der Arbeitskreis nach Angaben seines Vorsitzenden wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der Stand habe sich im vorigen Jahr von 137 auf 144 erhöht (98 persönliche und 46 korporative wie etwa Unternehmen) Zum Nachfolger des im vorigen Jahr verstorbenen langjährigen Kassier Rudolf Bernard wählte die Versammlung  einstimmig den Sparkassen-Gebietsdirektor Herbert Schuhmann (Lohr). Neuer Kassenprüfer wurde Dr. Markus Staub (Partenstein).
Reise nach Israel
Das Jahresprogramm 2010 stellte Herbert Brehm vor. Vom 25. April bis 2. Mai geht die Reise nach Israel mit Besuch der Knesset, des israelischen Parlaments. Am 8. Juni besichtigt der Arbeitskreis die Akademie für Fahrzeugtechnik in Schweinfurt. Ein Besuch des Theaters Spessartgrotte in Langenprozelten steht am 9. Juli auf dem Programm, der Familienabend am 20. November. Offen ist noch der Termin der traditionellen gemeinsamen Veranstaltung mit der Sparkasse Mainfranken.

 

 

 

 

  

mitgliederversammlung_10