Festabend Burgeis 2012

Brücke der Freundschaft ausbauen

 

 

Festabend: Aus der Rolle des Patenkindes ist Burgeis herausgewachsen- Die Jugend wieder mehr einbeziehen

4o Jahre Freundschaft über Grenzen und Berge hinweg feierten am Samstagabend 105 Lohrer im Kulturhaus Burgeis mit. Aus der Patenschaft der Stadt Lohr mit dem Südtiroler Vinschgaudorf ist eine intensive Verbundenheit geworden. »Der Schlüssel dazu sind die Menschen, die Herzlichkeit ist überall spürbar«, sagte Cornelia Prüße, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Ähnlich schilderten die anderen Redner das besondere Verhältnis zwischen Lohr und Burgeis.

Die Freundschaft zwischen den Menschen wird gelebt, besondere Symbolakte braucht es nicht mehr. Statt Erinnerungstafeln, die bereits an vielen Stellen im Kultursaal von Patenschaftsjubiläen künden, gab es diesmal von Lohrer Seite Unterstützung in Form von Schecks für die Vereine in Burgeis, die Bürgermeister Emst Prüße überreichte, und eine Spende für den Burgeiser Jugendtreff, die Ehefrau Cornelia Prüße übergab.

 

 

Frankenwein und Schneemilchfestabend1

Mit Frankenwein und Keilerbier als Lohrer Mitbringsel und einem Südtiroler Menü vom Burgeiser Käseknödel bis zur Vinschger Schneemilch, mit Südtiroler Liedern der Singgemeinschaft und Hymnen der Musikkapelle Bugreis startete das Feiern.

Der Burgeiser Ortsvorsteher Florian Punt zeigte seine Freude, dass so viele Lohrer zur Feier des »stolzen Jubiläums« gekommen waren. Die Beziehungen zwischen den Menschen, die Besuche mit ihren Möglichkeiten sich kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen, machten das gute Funktionieren der Patenschaft oder Partnerschaft aus. »Mit der Jugend auf diesem Stand weiterbauen«, wünscht sich der 39-jährige Burgeiser Fraktionsvorsteher. Der stärkste Beifall des Abends galt einem seiner Vorgänger: Sepp Peer, der 30 Jahre Ortsvorsteher war und die Patenschaft begründet hat. Ergreifend herzlich fiel die Begrüßung des 91- Jährigen mit Alfons Ruf, der auf Lohrer Seite als Patenschaftspionier von damals dabei war, aus.

Bürgermeister Ernst Prüße erinnerte in seiner Ansprache an die Stationen der Patenschaft, seit der Lohrer Kreistag bei einem Südtirol-Besuch die herzliche Gastfreundschaft der Burgeiser erlebt habe. Aus der Rolle des Patenkindes sei Burgeis längst herausgewachsen, aus materiellen Gründen sei keine Patenschaft mehr nötig. »Geblieben sind die vielen Freundschaften«, sagte Prüße und bezog sich mit ein: »Wir kommen auf jeden Fall wieder, dieses Jahr und nächstes Jahr auch«. Beim Betriebsausflug der Stadt Lohr vom 15. bis 17. Juni nutzt er bereits die nächste Gelegenheit dazu.

Touristisch erschlossen und doch ursprünglich geblieben und den Charme behalten, »deshalb schätzen wir Lohrer Burgeis«, sagte Cornelia Prüße als Vorsitzende des Lohrer Partnerschaftsvereins. An die Burgeiser Jugend sprach sie eine Einladung nach Lohr aus, nachdem im Winter die Lohrer Eurokids zum Ski fahren in Burgeis waren.

Herbert Brehm, der Vorsitzende des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels, der von Mittwoch bis Sonntag mit einem Bus voller Mitglieder in der Patengemeinde war, sprach sichfestabend2 dafür aus, die »Brücke der Freundschaft« weiter zu pflegen und auszubauen, damit diese Patenschaft jeden Generationswechsel überstehe. »In Burgeis gibt es keine Fremden, es gibt nur Gäste und Freunde«, sagte Brehm.

 

Auf Augenhöhe bewegen

 

Ulrich Veith, seit drei Jahren der neue, junge Bürgermeister der Marktgemeinde Mals, bekannte, dass die anderen neun Ortsteile wegen der sehr guten Entwicklung »ein bisschen neidisch« nach Burgeis blickten. »Vielleicht ist aus der Patenschaft wirklich eine Partnerschaft geworden, in der man sich auf Augenhöhe bewegt«.

Am Ende des offiziellen Teils ging noch einer ungeplant zum Mikrofon: Eduard Platzer, der 77-jährige Ex- Dorflehrer, Ehrenkapellmeister der Musikkapelle und Dirigent der Singgemeinschaft: Ihm war es ein Herzensanliegen, an den 1992 verstorbenen Lohrer Unternehmer Georg Ludwig Rexroth und seine Stiftung zu erinnern, die »mit etwa 700000 Euro in den 40 Jahren« vielen Bergbauernfamilien in und um Burgeis wirksam geholfen hat.

 

Klaus Fleckenstein am 15.Mai 2012

 

 

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