Zeitungsartikel aus dem Lohrer Echo vom 5. 11. 2008 von Hans Lembach

 

Die Rodlerin wird zur Steinschleuder

 

Mental -Training: Thomas Baschab fasziniert rund 500 Zuhörer beim Vortrag im Betriebsrestaurant
 von Bosch Rexroth

 

 

 

LOHR. »Wenn es nicht einfacher geht,dann geht es einfach nicht«, lautet einer der Lieblingssätze von Mentaltrainer Thomas Baschab. Seinem aufmerksamen und gespannten Publikum im Betriebsrestaurant von Bosch Rexroth vermittelte er am Montagabend in über 90 Minuten faszinierend den Eindruck, dass manches mit der entsprechenden »Vorarbeit« im Kopf einfach einfacher gehen muss oder sollte...

 »So zahlreich wie nie« folgten die Zuhörer der Einladung der Sparkasse Mainfranken und des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels, stellte Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Fuchs in seiner Begrüßung fest.  Die von ihm angekündigte Mischung aus Information und Unterhaltung erfüllte sich.

Was ist ein Zwergel-Stern?

Ein Blatt Papier und ein Kugelschreiber lagen auf jedem Platz. Damit animierte Baschab zu einer Denksportaufgabe, die die programmierten Grenzen im Kopf deutlich machen sollte. Noch klarer wurde dies beim nächsten Beispiel: Morgenstern, Abendstern, Zwergelstern. Das Gehirn ist beim Vorlesen dieser drei Wörter auf die Silbe «Stern« vorprogrammiert. "Doch was ist ein Zwergel-Stern?"  Richtig  heißt  es Zwerg - Elstern.

 

Erfolg nach dem Tief

 

"Probleme sind für uns wie Wachstumshormone", lenkte Baschab den Blick auf die Tiefpunkte einer Karriere, die einen voranbringen können. Als Beispiel diente Baschab der von ihm betreute Weltkasse-Skilangläufer Tobias Angerer, der nach einem sportlichen Tief die richtigen Konsequenzen zog und dann sportlich einen Höhenflug erlebte. "Das hätte er nie schaffen können, wenn er nicht unten gewesen wäre", ist sich Baschab sicher.

«So `ne Ehe ist auch eine Karriere. Wenn es mal richtig schwierig wird, werden sie die wahre Qualität ihrer Beziehung kennenlernen. « Das Weglaufen vor Problemen nutze nichts, machte Baschab klar. Mit der richtigen mentalen Einstellung könne man mit weniger Aufwand sogar mehr erreichen. Seinen Satz «Sie alle sollten weniger arbeiten«, hörte wohl jeder im Publikum gerne. Dass man dies nur dadurch erreiche, wenn man härter und schwerer schufte, sei der falsche Weg. Baschabs Devise hingegen: "Wenn es besser werden soll, dann muss es leichter werden." Gute Verkäufer könnten sich auf ihren Gesprächspartner einstellen. Ablenkung sei wichtiger als man glaube: Dies demonstrierte Baschab dem Lohrer Publikum mit einer Übung, bei der sich durch die eigene Vorstellungskraft der eigene Arm viel weiter nach hinten dehnen ließ als ohne die mentale Vorbereitung.    

"Das Unterbewusstsein ist der wahre Chef in unserem Leben. "

Das Setzen von genauen Zielen ist für Baschab ein weiterer wichtiger Aspekt. "Das Unterbewusstsein ist der wahre Chef in unserem Leben. " Eine deutsche  Rennrodlerin  verbesserte durch die mental antrainierte Vorstellung, sie schnelle beim Start wie aus einer  Steinschleuder heraus, ihre    Startzeit enorm und fuhr danach in die Weltspitze.
Die  »gigantischen Möglichkeiten« des mentalen Trainings im Gesundheitswesen würden von den Medizinern viel zu wenig angewandt, warb Baschab   für ein Zusammenwirken. "Dieses Instrument wird ignoriert" , legte er den Finger in die Wunde. Die menschliche Vorstellungskraft ist ein praktikables  Werkzeug: Das belegte Baschab mit dem nächsten Experiment: Nur mit je zwei Fingern hoben vier Personen einen über 90 Kilogramm schweren Mann etwa einen Meter vom Stuhl in die Höhe. «Uwe, die Feder« laute jetzt dessen neuer Spitzname im Raum Lohr. Grenzen müssen verschoben werden, um das eigenes Limit zu verbessern. So wie es der Engländer Sir Roger Gilbert Bannister 1954 machte, der sich ein Jahr lang vorstellte  und davon träumte die Meile unter vier  Minuten zu schaffen. Sein Lauf wurde zur »Traummeile«. Noch im selben Jahr wurde die Grenze von mehreren Sportlern unterboten. Baschab riet seinen Zuhörern über die eigenen Ziele nachzudenken, sie zu visualisieren. »Leben Sie Ihren persönlichen Traum. In ein paar Wochen laufen sie ihre persönliche Traummeile«, hieß Baschabs Fazit am Ende des Votrages, den das Publikum mit langanhaltendem Beifall quittierte.

Herbert Brehm, der 1. Vorsitzende des Arbeitskreises auf Burg Rothenfels, sah sich bestätigt bei der Auswahl des Referenten: »Es war die richtige Entscheidung. «

 

 

  

Landrat Thomas Schiebel, Dr. Rudolf Fuchs, Thomas Baschab, Herbert Brehm

 

 

Zur Person Thomas Baschab

Thomas Baschab, geboren 1960, ist Managementtrainer für Top Unternehmen und Mentalcoach zahlreicher Spitzensportler. In seinen Büchern wie Träume wagen (zusammen mit Peter Prange) oder »Pablos Traum« vermittelt er eindrucksvoll wie man Ziele erreichen kann, die man bisher für unerreichbar gehalten hat. Seit 1987 bringt er Führungskräfte und Mitarbeiter aller Branchen auf Erfolgskurs. Tausende besuchen Jahr für Jahr seine Seminare und entdecken so für sich den Erfolg. Er lebt bei München. red